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Bericht zum Online-Arbeitskreis Tieraromatherapie vom 15.05.2020

Bericht zum Online-Arbeitskreis Tieraromatherapie vom 15.05.2020

Am 15.05.2020 war es wieder soweit: es stand der nächste Online-Arbeitskreis für die Aromatherapie bei Tieren an. Dieses Mal haben wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Tieraromatherapie beschäftigt und passend dazu den Weihrauch und seine bekanntesten drei Arten mit unter die Lupe genommen: sacra, carterii und serrata.

Anfangs haben wir zusammengetragen, welche Rohstoffe bereits gefährdet sind und warum eigentlich. Das war ganz spannend und das vorhandene Wissen dazu bereits sehr groß. Dabei geht es beim Thema Nachhaltigkeit nicht nur um bereits knappe Rohstoffe, sondern auch um das drumherum: was wird für eine Destillation benötigt und wie viel davon? Müssen es immer exotische Öle sein oder kommt man nicht auch schon mit heimischen Dingen sehr weit? Und wären womöglich Hydrolate eine Alternative, da sie bei der Destillation sowieso anfallen und auch in größeren Mengen verfügbar sind, als die Öle?

Gerade in Bezug auf heimische Kräuter hat nämlich ein Teil der Aromatherapie mal die Nase vorn: das Räuchern. Meist eher stiefmütterlich in der Aromatherapie behandelt, kann es sich hier wirklich hervortun. Das Räuchern mit heimischen Kräutern ist schon sehr verbreitet und der Wunsch nach dem Wissen darum groß.

Beim Thema Weihrauch wurde es dann konkreter und ich konnte von Gesprächen mit Weihrauchhändlern berichten. Übrigens gibt es hier nicht nur deutliche Unterschiede in Sachen Geruch bei den arabischen/afrikanischen Weihraucharten und dem indischen (Boswellia serrata). Auch ein Blick in die Analysen der Inhaltsstoffe zeigt: der Boswellia serrata hat deutlich weniger alpha-Pinene und Limonene an Bord, als seine Verwandten vom afrikanischen Kontinent.

3 Qualitäten von Boswellia sacra: oben 1. Qualität (grün), rechts 2. Qualität (silber), links 3. Qualität (amberfarben)

Durch Händler, die sich nun auf Weihrauch aus nachhaltigen Sammlungen spezialisieren und dies auch garantieren können, könnte der Weihrauch also langsam wieder guten Gewissens verwendet werden. Langsam – schließlich stammt er selbst bei nachhaltiger Sammlung immer noch aus Wildsammlung und auch der Weihrauch ist sehr anspruchsvoll und wächst nicht wie Unkraut. Zudem unterstützen die Weihrauchhändler mit dem Erlös aus ihrem Verkauf häufig auch soziale Projekte vor Ort, wie Schulen, Waisenhäuser etc.

Und das ist nicht unwichtig: die Aromatherapie hat in Sachen Bedarf und Verwendung von ätherischen Ölen die Parfümindustrie längst überholt. Es ist also bei weitem kein kleiner „Nischen-Markt“ mehr. Das fordert uns als Anwender aber auch dazu auf, sorgfältig mit den Produkten umzugehen und bestmöglich zu schauen, woher wir sie bekommen und ob Nachhaltigkeit wirklich Beachtung findet oder nicht.

Der nächste Online-Arbeitskreis findet am 18.09.2020 statt. Das Thema wird noch bekannt gegeben.

2 Kommentare
  • Christiane Lübke

    24. Mai 2020at19:21

    Hallo Sabine,
    kann eure Meinung nur mit unterstützen, dass wir sorgfältig mit den äthtersichen Ölen und ihren zum Teil knappen Resourcen sehr sorgfälltig umgehen müssen.
    LG Christiane

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