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Arbeitskreistreffen des AK Bergisches Land/Tieraromatherapie vom 14.06. und 28.06.2019

Arbeitskreistreffen des AK Bergisches Land/Tieraromatherapie vom 14.06. und 28.06.2019

Im Juni war es wieder soweit: der Arbeitskreis zur Tieraromatherapie hat sich erneut getroffen und dieses Mal ging es um die Themen Parasiten – Behandlung und Prophylaxe beim Tier und als Dufterfahrung wurden die Zedernholzöle genauer unter die Lupe genommen.

Gerade jetzt im Sommer sind sie natürlich alle wieder sehr aktiv: die Parasiten und allen voran Zecke und Co. Ich hatte dazu bereits einen Artikel veröffentlicht (https://www.aroma1x1.com/kokosoel-gegen-zecken-fuer-hunde/), den wir auch bei beiden Arbeitskreisen nochmal durch gesprochen haben. Wichtig war mir hier, dass man nicht immer direkt mit ätherischen Ölen anfangen muss, sondern es vorher auch durchaus erstmal mit einem fetten Pflanzenöl (Kokosöl) oder Hydrolaten versuchen kann und die der Griff zu den ätherischen Ölen erst als letztes erfolgen sollte. Im Artikel habe ich bewusst auf die Nennung von zwei Ölen verzichtet: Teebaum und Nelkenknospe. Beide sind aufgrund ihrer Inhaltsstoffe nicht ganz ohne und sollten sorgfältig verwendet werden. Da dieser Artikel sich hauptsächlich an Laien richtet, habe ich sie komplett raus gelassen – es gibt genügend sichere Alternativen.

Weiter hat uns die Autorin Kerstin Ruhsam freundlicherweise einen Artikel von sich zum Theme Ektoparasiten beim Hund für den Arbeitskreis zur Verfügung gestellt. Auch an dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank dafür!

Beim Online-Arbeitskreis hatte Petra Nadolny noch die Idee, dass wir doch eine kleine Versuchsreihe starten könnten. Ausgangspunkt soll ein Gefäß sein, wo auf einen Träger ein Tropfen von einem ätherischen Öl aufgebracht wird und dann Zecken hinzukommen. Interessant wäre hier, wie die Zecken auf den Träger mit dem ätherischen Öl reagieren. Krabbeln sie schnell in andere Ecken des Gefäßes? Werden sie evtl. benommen? Versterben sie sogar? Passiert gar nichts? Wir werden die Versuche dazu machen und sind schon sehr gespannt auf die Ergebnisse!

Auch zum Thema Flöhe gab es einiges zu erzählen. Hier muss ganz klar gesagt werden, dass die Behandlung und Vorbeugung dieser mitunter schwierig sein kann. Ein Floh kann nach einer Blutmahlzeit bis zu 500 Eier legen und innerhalb von 3 Wochen sind diese dann wieder fertige, adulte Flöhe. Zudem können Floheier auch bis zu 2 Jahre auf optimale Schlüpfbedingungen warten. Somit sollte gut abgewogen werden, ob man hier in betroffenen Haushalten tatsächlich noch mit natürlichen Mitteln weiter kommt oder womöglich doch einmal zu anderen Mitteln greifen muss.

Sonderthema auch hier wieder die Katzen. Dazu gab es spannenderweise schon mal in unserer neu gegründeten Facebookgruppe „Tier-Aromatherapie“ eine Diskussion, wo Therapeutenkolleginnen doch noch so den ein oder anderen Tipp auf Lager hatten. Hier muss ganz klar gesagt werden: bitte Vorsicht mit ätherischen Ölen bei Katzen und auch Hydrolate täglich angewandt über die Zeckensaison finden Katzen meist nicht so toll und auch hier können sich Stoffe im Körper der Katze ansammeln aufgrund der Glukoronidierungsschwäche. Bleibt noch die Idee mit dem Kokosöl und auch nur ein leichtes Einstreichen kommt bei Katzen ebenfalls nicht so gut an. Somit ist die Alternative – zur Vorbeugung Mittel ins Futter zu geben – durchaus noch praktikabel.

Auch an dieser Stelle möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass Produkte mit Permetrin oder Pyrethrin/Pyrethrum nicht bei Katzen angewendet werden dürfen, da es für diese toxisch wirkt! Diese Stoffe werden von verschiedenen Chrysanthemen-Arten gebildet und sind leider immer noch in einigen Anti-Parasiten-Mitteln enthalten. Bitte auch Vorsicht, wenn der Hund im Haushalt damit behandelt wird und die Katze diesen womöglich ableckt!

Da gerade in Anti-Parasiten-Mischungen viel gebraucht passten dann auch die Zedernholzöle wunderbar als Dufterfahrung an den jeweiligen Abenden. Hauptsächlich ging es hierbei um die Atlaszeder, die schon sehr gut bekannt ist und bei keinem zu Hause fehlen sollte. Aber es gibt ja auch noch die Himalayazeder. So langsam ist sie im Kommen und kann auch einiges. Zudem ist sie vom Duft her ein bisschen „leichter und weiter“, als ihre große Schwester, die Atlaszeder.

Bei der Atlaszeder konnten wir in der Gruppe „Tier-Aromatherapie“ übrigens auch noch mit einem Ammenmärchen aufräumen: die Atlaszeder wirkt nicht abortiv! Diese Aussagen beziehen sich auf Cedrus juniperus – einer Wacholderart – die mitunter auch als „rote Zeder“ verkauft wird. Hierbei handelt es sich aber auch um einen ganz anderen Baum und dieser hat Wirkstoffe im ätherischen Öl, die tatsächlich abortiv wirken können. Die Atlaszeder kann es aber nicht!

Die nächsten Arbeitskreistreffen werden der 29.11.2019 (Online) und der 06.12.2019 (Vor Ort, Phytaro Dortmund) sein. Die Themen dazu werden noch bekannt gegeben.

1 Kommentar
  • Maria Hoch

    4. Juli 2019at16:31

    Liebe Sabine,
    danke für den tollen Bericht.
    Eine Anmerkung habe ich noch. Die Rotzeder ist eine Wacholderart und heißt Virginia Wacholder – Juniperus virginiana, die auch Virginiacedar genannt wird. Sie stammt aus der Familie der Zypressengewächse und bei korrekter Anwendung sind keinerlei Nebenwirkungen bekannt. Welche Quellen besagen, dass es abortiv wirken soll?

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